Das Gewand der Angst von Nicole Rohleder

Das Gewand der Angst

Details:

Genre:Thriller
Format:gebundene Ausgabe, Taschenbuch, eBook
Seiten:650
Distributor:Amazon KDP
ISBN/ASIN:978-3948390020

Klappentext:

Justin Timmermann, „Timber“, ist 22, arbeitslos und vorbestraft. Sein Leben im sozialen Brennpunkt Berlin-Moabit ist geprägt von Entbehrungen, Alkohol und Prügel. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft hat er aufgegeben. Da entpuppen sich die Sozialstunden in der Moabiter Arche als unerwarteter Lichtblick, der ihn wieder Mut fassen lässt.

Elenia Ermankowa ist 17, Halbwaise, und Tochter eines russischen Clanbosses. Der schreckt vor nichts zurück. Prostitution, Menschenhandel, Missbrauch: Frauen und Kinder sind für ihn nur Ware – auch seine eigene Tochter.

Als ihr Vater festgenommen wird, flieht Elenia nach Berlin, um dem Milieu endlich zu entkommen.

Doch die Szene gibt ihre Opfer nicht einfach her. Als Timber und Elenia sich begegnen, geraten sie in eine Spirale aus Gewalt, Angst und Tod, aus der es kein Entkommen zu geben scheint…

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Inhalt:

Welche Mutter lässt ihre kleinen Kinder alleine ohne Nahrung und Wasser in der Wohnung eingesperrt zurück?
Welcher Vater verkauft seine kleine Tochter für Geld an fremde Männer?

Timber und Elenia kennen die Antwort auf diese Fragen. Gedemütigt und resigniert fristen sie ihr Dasein in Berlin-Moabit, im täglichen Kampf ums emotionale Überleben. Das ändert sich erst, als sie sich kennenlernen.

Der Wunsch, dem anderen zu helfen, lässt sie auch gegen ihr eigenes Schicksal aufbegehren.

Doch es ist nicht leicht, nach so langer Zeit aus eigener Initiative das Ruder rumzureißen und das eigene Schicksal in andere Bahnen zu lenken.

Der Thriller zeigt Missstände in den eigenen vier Wänden hinter verschlossenen Türen auf. Er ist ein Plädoyer für Mut, Tapferkeit und Loyalität, der den Leser mit der erschütternden Schlichtheit seiner Worte für das an sich Unfassbare bis zu seinem rasanten Ende fesselt und zum Nachdenken anregt.

Leseprobe

„ELENIA!!!“
Timber sprang die Stufen der vier Stockwerke hinauf. Atemlos keuchend stieß er die Wohnungstür auf. Jemand hatte ihm die Arbeit bereits abgenommen und sie eingetreten. Er wusste, dass etwas Furchtbares passiert war, noch bevor er die Wohnung betrat. Es herrschte eine gespenstische Stille. Aus dem Flur heraus erhaschte er einen Blick ins Wohnzimmer, das wie ein Schlachtfeld aussah. Bücher, Stühle, Kissen, alles lag durcheinander auf dem Fußboden. Verängstigt verlangsamte er seine Schritte. Er fürchtete sich. Vor der Stille. Vor dem nächsten Schritt. Vor dem, was er vorfinden würde, wenn er um die Ecke bog.
Vorsichtig trat er in den Wohnbereich. Zucker und Kaffeebohnen knirschten zwischen Glassplittern unter seinen Schuhen. In der Küche stand nichts mehr auf der Arbeitsfläche. Alles war heruntergefegt worden. Auch die Kaffeemaschine.
Timber schluckte schwer.
„Elenia?!“, flüsterte er in die Stille.
Seine Stimme klang wie ein raues Wispern. Die Panik stand ihm im Nacken, riss an seinen Haaren, schrie ihn an, sofort umzudrehen und zu laufen, so schnell, so weit, so rasch er nur konnte. Er konnte kaum atmen, als er zaghaft um den Küchentresen herumging.
Das erste, was er sah, war der total zerstörte Kaffeezubereiter auf dem Fußboden. Dann nahm er Elenia wahr, die dahinter auf dem Boden kniete, zu einer winzig kleinen Kugel zusammengeballt, zusammengepresst wie die gemahlenen Bohnen in der Maschine. Ihre Arme waren besitzergreifend um die Überreste der Kaffeemaschine geschlungen. Als Timber stehenblieb, hob sie den Blick.
Timber stöhnte auf.
Ihre blauen Augen waren schwarz vor Angst. Grelle, schmerzerfüllte Angst. Hektische rote Flecken prangten in ihrem schneeweißen Gesicht. Bäche von Tränen waren ihre Wange herabgelaufen und auf ihrer zerrissenen Kleidung getrocknet.
„Er…er h-h-hat sie kaputt-putt-tt-ge-ge-gemacht“, würgte sie.
Schlotternd schlugen ihre Zähne aufeinander.
„Schon in Ordnung…“, flüsterte Timber.
Behutsam ging er vor ihr in die Knie, legte seine Hand auf ihre. Ihre Augen huschten durch sein Gesicht, konnten keinen Punkt fixieren. Timber hatte noch nie einen Menschen am Rande eines Nervenzusammenbruchs gesehen, doch ihm war sofort klar, was er hier sah. Sie hatte einen Schock. Einen Schock der allerübelsten Sorte.
„Elenia“, sagte er behutsam.
Sie erzitterte unter seinen Worten. Vorsichtig löste er ihre Hände von der Kaffeemaschine. Ihre verkrampften Finger hatten sich daran blutig gekrallt. Auch ihre Arme waren zerkratzt, leuchtend grellrot prangten die Striemen auf ihrer blassen Haut. Behutsam drückte Timber ihren verkrampften Oberkörper nach oben, damit sie sich aufrichten und besser atmen konnte. Sie wirkte wie verkeilt ineinander, zusammengebacken wie Brot im Ofen. Sie stöhnte vor Schmerzen, doch ihr Körper folgte seinem sanften Druck.
„Oh, Scheiße…NEIN!!!“
Am liebsten wäre er davongerannt. Seine Augen sahen es, doch sein Verstand konnte es nicht verarbeiten. Bis zu diesem Moment hatte er gewusst, dass Lupo ihr etwas angetan hatte, sie verprügelt oder bestraft hatte, doch das wahre Ausmaß seiner schrecklichen Tat offenbarte sich erst, als es ihm gelungen war, Elenia halbwegs zu entknoten.
Sie war nackt. Untenrum. Nackt, rot und geschunden. Ihre Vagina sah aus, als habe sie gerade ein Kind geboren, weit offen und wund. Ihr After glühte, als wären dort soeben die schlimmsten Hämorriden der Welt rausgerissen worden. Blut rann über ihre Beine und ihre Pobacken herab. Es mischte sich mit Urin und etwas Dunklem, das aussah und roch wie Kot. Sie hockte in ihren eigenen Ausscheidungen, die sie nicht bei sich hatte halten können, während Lupo ihr all das angetan hatte.
„Er hat sie einf-fach kap-puttg-gemacht“, stammelte sie erneut.
Sie sah ihn an, als habe sie ihn vorher gar nicht wahrgenommen.
„Oh, Scheiße, Elenia!“, stöhnte Timber verstört.
Er bemerkte nicht, dass er heulte. Tränen und Rotz rannen ihm über die Wangen und tropften in all das Zeug auf dem Fußboden. Er konnte kaum noch klar denken. Sein Überlebensinstinkt hatte das Handy aus der Tasche gezogen, ohne dass er es registrierte.
„Ich rufe die Rettung“, hauchte er und ergriff ihre Hand. Seine Finger zitterten so sehr, dass er kaum die Tasten drücken konnte. Schlotternd wählte er die 112. Noch bevor er den Höher abnehmen konnte, legte sich eine kleine, blutverschmierte Hand auf seine. Aus glühenden Augen starrte Elenia ihn an.
„Nein“, sagte sie tonlos.

Die Autorin

Nicole Rohleder, geboren 1973, lebt mit Ehemann und drei Söhnen in einer Kleinstadt im schönen Münsterland in Nordrhein-Westfalen.

Nach dem Abitur und Fernstudium der Belletristik erlernte sie zunächst einen bodenständigen Beruf und wurde Sparkassenfachwirtin. Seit 2005 arbeitet sie in der Geschäftsführung des Bautenschutzbetriebes und Sachverständigenbüros ihres Mannes.

Jahrelang schrieb sie berufliche wie privat Fach- und Zeitungsartikel oder Gutachten.

2017 veröffentlichte sie mit „Niemandes Opfer“ ihren ersten großen Roman. Dieser gliedert sich in drei Einzelbände, die 2017 und 2018 erschienen sind.

Ab 2020 wird die Reihe aufgrund der Nachfrage mit „Das Leben ist ein Fluss“ in drei weiteren Bänden fortgesetzt.

Mit ihrem Thriller-Debüt „Das Gewand der Angst“ greift die Autorin das Thema Kindesmisshandlung und den Missbrauch Schutzbefohlener auf, nach dem Skandal im Missbrauchsfall von Lügde ein brandaktuelles Thema, mit dem sie sich bereits seit Jahren intensiv auseinandersetzt.

Der Schutz von Kindern und Frauen ist ihr ein besonderes Anliegen. Als Trägerin des 1. DAN im Taekwondo unterstützt und unterrichtet sie ambitioniert Kinder und Jugendliche in Selbstverteidigung und Taekwondo, um ihnen eine Stimme zu geben und sie stark und selbstbewusst zu machen.

Dies ist nach dem Schreiben ihre größte Leidenschaft.

Mit diesem Thriller will sie auf die Missstände hinter verschlossenen Türen in den eigenen vier Wänden aufmerksam machen und dazu ermuntern, nicht wegzusehen, sondern zu handeln, wenn Handeln erforderlich ist, und für Schwächere einzustehen und sich für sie zu engagieren, wenn sie es selber nicht können. Ihrer Lebensphilosophie, sich von nichts und niemandem im Leben zu einem Opfer machen zu lassen, blieb sie auch in ihrem vierten Buch treu.

„Denn die Angst ist der einzige Gegner, der für manche unbezwingbar bleibt“

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