Tödlicher Pirschgang von Wolf Schreiber

Tödlicher Pirschgang

Details:

Genre:Krimi
Format:Taschenbuch
Seiten:232
Verlag:Leinpfad Verlag
ISBN/ASIN:978-3945782385

Klappentext:

Der Unternehmer Ralf Wagner steht vor einem wunderbaren neuen Lebensabschnitt: Er will seine Firma in Karlsruhe verkaufen und mit seiner jungen Lebensgefährtin nach Spanien ziehen. Da wird er frühmorgens in seiner Garage erschossen. Noch am selben Abend haben die Kommissare Pit Brenner und Marie Franke den Fall gelöst: Ein Junkie war der Täter.

Drei Wochen später wird Sandra Weininger, die Freundin des ermordeten Unternehmers, brutal erschlagen. Auch hier ist der Mörder schnell gefunden. Doch dann machen die beiden Ermittler eine Entdeckung, die alles Bisherige in ein völlig neues Licht taucht…

Zusätzlichen Stress macht Hauptkommissar Brenner die neue, 20 Jahre jüngere Staatsanwältin, von der er sich permanent provoziert fühlt. Diese hat zwar Respekt vor seinen kriminalistischen Fähigkeiten, allerdings geht ihr seine machohafte Verhaltensweise gehörig auf die Nerven! Und auch Marie Frankes Nervenkostüm ist durch die Anschaffung eines Hundes stark strapaziert!

Inhalt:

Das Ermittlerteam:

Hauptkommissar Pit Brenner ist psychologisch sehr versiert und löst seine Fälle überwiegend aufgrund seiner analytischen Fähigkeiten. Mit seinen Karlsruher Vorgesetzten kommt er ganz gut zurecht, zumal diese ihn an der langen Leine führen. Lediglich mit der neuen Staatsanwältin tut er sich etwas schwer…

Brenner ist seit über zwanzig Jahren geschieden und schwankt immer wieder zwischen den Vorteilen seines Single-Daseins und einer festen Partnerschaft. Er legt großen Wert auf seine körperliche Fitness und versucht die ersten Alterserscheinungen durch intensiven Sport in den Griff zu bekommen.

Oberkommissarin Marie Franke vertraut verstärkt ihrer Intuition, wobei ihr häufig auch ihr Faible für Esoterik zu Gute kommt. Sie ist alleinerziehende Mutter einer 14-jährigen Tochter, von der sie sich zur Anschaffung eines Hundes überreden lässt. Dank Brenners Kindheitserfahrungen mit den Hunden seines Vaters löst sie die ersten Erziehungsprobleme, die mit dem Einzug des Vierbeiners auftreten.

Kommissarin Nadine Steiner ist erst seit 2 Jahren in der Mordkommission. Wie Brenner ist sie ebenfalls sehr sportlich; allerdings kennt sie sich, im Gegensatz zu ihrem Chef, bestens mit den neuen Medien aus. Im ersten Band liebäugelt sie mit einer Bewerbung zum MEK.

Staatsanwältin Cora Ekberg ist sehr ehrgeizig und hat bislang zu Hauptkommissar Brenner noch keine optimale Kommunikationsebene gefunden. Von ihrem forschen Auftreten fühlt sich Brenner permanent provoziert.

Leseprobe

Kapitel 1

Sein Pulsschlag erhöhte sich. Dieser Teil der Joggingstrecke war besonders anstrengend. Aber nach wie vor galt beim Joggen für ihn das Motto: nonstop Laufen vom Start bis zum Ziel. Würde er nur eine einzige Gehpause machen, würde sein Körper auch an den folgenden Tagen Pausen verlangen. Im Gegensatz zur Stuttgarter Region, wo er bis vor drei Jahren gelebt hatte, gab es hier im Schwarzwald wenig Strecken, die nicht gleich mehrere Steigungen hatten.
Peter Brenner war Hauptkommissar und als Ermittler sehr erfolgreich. Trotzdem hatten die Querelen mit seinen Vorgesetzten im Laufe der Jahre so zugenommen, dass er sich hatte versetzen lassen. An diesem schlechten Verhältnis war er natürlich nicht ganz unschuldig. Während seine Chefs nur kostbare Zeit vergeudeten, indem sie sich erst noch von möglichst vielen Stellen Absicherungen einholten, war Brenner bereit zu handeln. Seine Kompetenzüberschreitungen hatten schon zu mehr als einem Eintrag in seiner Personalakte geführt. Der Neustart im Karlsruher Polizeipräsidium war ganz gut gelungen. Brenner war mit den hiesigen Vorgesetzten vollauf zufrieden. Sie führten ihn an einer langen Leine und sahen auch über die eine oder andere freizügige Auslegung der Dienstvorschriften hinweg. Zudem hatte das Älterwerden Brenners natürlich auch zu etwas mehr Gelassenheit beigetragen. Lediglich mit der neuen Staatsanwältin, die seit kurzem den in Pension gegangenen Vorgänger abgelöst hatte, tat er sich schwer. Brenner hatte das Gefühl, sie wollte ihm mit besonders forschem Auftreten beweisen, dass sie in der Hierarchie über ihm stand.
Brenner versuchte, die Geschwindigkeit auch auf den letzten Steigungsmetern noch beizubehalten. Anschließend ging es rund zwei Kilometer auf halbwegs ebenem Niveau weiter und er konnte wieder etwas verschnaufen. An manchen Tagen fiel es ihm enorm schwer, seinem Körper Höchstleistungen abzuverlangen. Mit seinen achtundfünfzig Jahren baute sein Körper wesentlich schneller ab. Das spürte er besonders deutlich, wenn sich ein neuer Fall in der heißen Phase befand und er über mehrere Tage mit dem Joggen pausieren musste. Lediglich seine morgendlichen Liegestütze waren absolute Pflicht. An normalen Tagen mindestens fünfzig am Stück. War die Nacht mal extrem kurz, dann begnügte er sich auch mit dreißig. Körperliche Fitness war für Brenner schon in der Jugend ein absolutes Muss gewesen. Im Abi-Jahr hatte er sogar zeitweise mit dem Gedanken gespielt, Sport zu studieren.
Kurz bevor er das Plateau erreichte, klingelte sein Handy. Ohne anzuhalten zog er es aus seiner Sportjacke und schaute aufs Display: ‚Anruf von Marie Franke‘.
„Hi Marie“, schnaufte Brenner ins Telefon, ohne dass er sein Tempo nennenswert zügelte.
„Bist du gerade beim Joggen?“, hörte er die Stimme von Oberkommissarin Marie Franke. „Du musst leider abbrechen. Wir haben einen neuen Fall!“
„Was? Wo?“
„Ein Toter in Ettlingen. Wurde vermutlich erschossen. Nähere Details weiß ich noch nicht.“
Brenner blieb stehen. „Okay, lass mich überlegen.“
Wie käme er am schnellsten zu seiner Wohnung zurück? Wahrscheinlich, indem er quer durch den Wald, auf direktem Weg den Berg hinunterlief. Dann müsste er zwar das Lauftempo deutlich drosseln und sicher mehreren, am Boden liegenden Bäumen ausweichen – dennoch würde er mindestens drei Kilometer Laufweg einsparen. Brenner schaute auf seine Armbanduhr. Zwanzig vor sieben.
„Ich bin in spätestens fünfundvierzig Minuten dort.“ Brenner trabte bereits auf der neuen Route los. „Schick mir die genaue Adresse auf mein Handy. Bis später!“
Brenner duschte kurz und griff sich noch eine Banane. In seinem BMW-Roadster gab er die Adresse ins Navigationssystem ein und startete den Motor. Von Bad Herrenalb, wo er seit seinem Dienstbeginn in Karlsruhe eine kleine Dreizimmerwohnung gemietet hatte, waren es über die Landstraße knapp zwanzig Kilometer bis Ettlingen. Samstagmorgens war wenig Verkehr, weshalb ihn sein Navi bereits nach fünfzehn Minuten in das am nordöstlichen Stadtrand von Ettlingen befindliches Wohngebiet lotste. Beim Einbiegen in die Rothenbergstraße sah Brenner schon von weitem mehrere Polizeifahrzeuge stehen. Er hielt neben Marie Frankes Skoda und stieg aus. Nadine Steiner, die jüngste Kollegin in seinem Team, kam direkt auf ihn zu. Wie immer hatte sie ihre weit über die Schulter reichenden dunkelblonden Haare mit einem Haargummi zu einem Zopf zusammengebunden. Die fast einen Meter achtzig große Kollegin hätte vom Typ her durchaus auf das Titelblatt eines Outdoor-Magazins gepasst. Geschminkt hatte Brenner sie bisher nur einmal bei der offiziellen Verabschiedung des Staatsanwaltes gesehen. Heute trug sie eine braune Outdoor-Jacke und dazu Jeans und Turnschuhe.
„Hallo, Nadine. Hast du schon Details?“
„Das Opfer wurde von der Zeitungsausträgerin gefunden, der Briefkasten hängt direkt neben der Garage. Durch das offene Tor hindurch hat sie den Toten neben seinem Auto liegen sehen.“ Mit einem Kopfnicken zum Skoda fügte sie hinzu: „Marie hat schon mit ihr gesprochen. Ich selbst befrage jetzt die Nachbarn. Vielleicht haben die etwas mitbekommen.“
„Ja, mach das.“ Brenner ging Richtung Absperrband.
Der Kollege von der Schutzpolizei hob das Band hoch. „Hinten in der Garage!“
Dort wurde Brenner mit „D‘r Württemberger isch au scho do!“ von Manfred Franzen empfangen. Der etwas korpulente Leiter der Spurensicherung machte sich gerade Notizen in seiner Beweissicherungsliste. Brenner hatte heute jedoch keinen Nerv für das Frotzeln seines Kollegen und ließ seinen Blick als erstes durch die geräumige Garage schweifen, in die locker noch ein zweites Auto gepasst hätte. Auf der linken Seite des dunkelblauen Porsche Cayenne standen mehrere unterschiedlich farbige Abfallbehälter, über denen zwei Reihen Regalbretter angebracht waren, die die üblichen Wasch- und Pflegeutensilien für Autos enthielten. Brenner erblickte Marie zwischen den in weiße Overalls gekleideten Männern von Franzens Spurensicherungsteam. Seine Kollegin stand bei Gunnar Lund, dem hiesigen Gerichtsmediziner, der gerade ein Thermometer in das Ohr des Toten einführte. Nach einem kurzen Blick auf die Messanzeige hob Lund seinen Kopf.
„Todeszeitpunkt vor ungefähr drei bis vier Stunden. Todesursache, wie unschwer zu ersehen, vermutlich durch Schussverletzung. Detaillierte Infos nach der Obduktion.“
Lund beschränkte sich am Tatort meist auf das Wesentliche und beteiligte sich an Spekulationen über den Tathergang immer erst nach Abschluss seiner Untersuchungen. Noch während er seine Tasche einräumte, trat Franzen zu den Kommissaren und hielt ein Beweissicherungstütchen hoch.
„Wir haben vier Patronenhülsen Kaliber neun Millimeter gefunden. Beim Toten handelt es sich dem Führerschein nach um einen gewissen Ralf Wagner, geboren 1961, also fünfundfünfzig Jahre alt. Bei den Fahrzeugpapieren war auch diese Visitenkarte, die ihn als Geschäftsführer von ‚ELSO – Electronic Solutions‘ ausweist. Und dieses Handy war in seiner Jackentasche.“
Brenner nahm das Handy entgegen und fragte: „Kannst du schon etwas zum mutmaßlichen Tatablauf sagen?“
„Das Opfer war offensichtlich Jäger, denn in seinem Auto haben wir ein Jagdgewehr gefunden.“ Mit einer Handbewegung Richtung Körper des Toten ergänzte er: „Da seine Schuhe keinerlei Schmutzspuren aufweisen, nehme ich an, dass er vom Täter nicht beim Heimkommen, sondern kurz vor dem Wegfahren überrascht wurde.“
Brenner ließ seinen Blick vom Toten zum Garagentor und dann zum Geländewagen schweifen, während er sich die möglichen Ablaufvarianten überlegte. „Sind am Garagentor Einbruchspuren vorhanden?“
„Nein“, antwortete Franzen, „und da die Heckklappe des SUV geöffnet war, vermute ich, dass Wagner den Garagentoröffner betätigt und danach sein Gewehr ins Auto gelegt hat. Dann wurde er vom Täter überrascht, bevor er die Heckklappe schließen konnte. Die Position des Toten und auch die Lage der Patronenhülsen, die nach dem Auswurf auf den Boden gefallen und weggerollt sind, sprechen für diesen Ablauf.“
„Dann kannte der Täter wahrscheinlich die Gewohnheiten des Opfers“, kombinierte Marie. „Denn ich glaube kaum, dass der stundenlang draußen gewartet hat.“
Brenner nickte. „Zumindest wusste der Täter, wann in etwa Wagner das Haus verlassen wollte. War der Täter anschließend im Haus?“

Der Autor

Wolf Scheiber hat Psychologie und Sport studiert und die WSD Selbstbehauptungs-Programme entwickelt, die deutschlandweit über 250 000 Kinder, Teenys und Frauen absolviert haben. Inzwischen coacht er Führungskräfte zu den Themen Führungskompetenz und Work-Life-Balance. In seinen Fachbüchern beschreibt er das Zusammenwirken von Psyche und Körper.

In seiner Krimireihe um die Karlsruher Kommissare Pit Brenner und Marie Franke verzichtet der Autor bewusst auf blutrünstige Inhalte. Seine vorrangigen Elemente zum Spannungsaufbau sind psychologisch fein skizzierte Charaktere und überraschende Wendungen, die selbst noch in der Schlussphase für Verblüffung sorgen. Dabei legt er großen Wert auf realistische Handlungen der Figuren und auf einen in sich schlüssigen Plot. Sein vergleichsweise minimalistischer Schreibstil konzentriert sich auf Handlung und Dialoge und bewirkt einen flotten Lesefluss.

Wolf Scheiber ist Mitglied im SYNDIKAT e.V.

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