Ich war noch niemals in New York von Heidrun Böhm

Ich war noch niemals in New York

Details:

Genre:Biografie, Ratgeber
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:344
Verlag:Seemann Publishing
ISBN/ASIN:978-1979749534

Klappentext:

Lieben Sie Autobiographien, liebe Leserinnen und Leser? Dann bietet Ihnen dieses Buch etwas ganz Besonderes. Nicht ein B oder C Promi hat es geschrieben oder besser gesagt, schreiben lassen, sondern eine alleinerziehende Mutter, die ihr Leben immer wieder ‚in den Griff‘ bekommen musste. Sie erzählt in einem einfühlsam geschriebenen Stil Ihr Leben auf der schwäbischen Alb von der Kindheit bis heute. Sie erzählt, wie Sie immer wieder die falschen Männer getroffen hat, wie sie manchmal verzweifelt war und sich doch immer wieder ‚am eigenen Schopf‘ aus allen Tiefen des Lebens gezogen hat. Sie beschreibt auch die glücklichen Stunden, Tage und Monate Ihres Lebens und der Leser bzw. die Leserin ‚erlebt‘ förmlich mit. Das Buch richtet sich vornehmlich an alle alleinerziehenden Frauen und Männer aber auch an alle Freunde von Biographien, die genug haben von den erfundenen Geschichten, die Ghostwriter unseren mehr oder weniger prominenten Zeitgenossen angedichtet haben. Dieses Buch hat das Leben geschrieben und die Autorin hat es auf wunderbare Weise zu Papier gebracht.

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Inhalt:

Zeitungsartikel:
Immer wieder muss das Leben neu beginnen

Literatur: „Ich war noch niemals in New York“ lautet der Titel des Buches, das die Ebingerin Heidrun Böhm aus authentische und berührende Biografie verfasst hat. Von Vera Bender.

Das Werk handelt nicht von der Sehnsucht, sondern genau wie das Lied von Udo Jürgens vom Entrinnen aus einem erdrückenden Leben. „Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei, einmal verrückt sein, und aus allen Zwängen fliehn.“ Heidrun Böhm hat ihr Leben aufgearbeitet. „Das hat gut getan, meint die Autorin, die gerne Kurzgeschichten schreibt, und dafür ausgezeichnet wurde: Zur Verleihung des „Theodor Greiner Literaturpreises war Heidrun Böhm in die Stadtbibliothek nach Reutlingen eingeladen worden. Sie freute sich auf die Preisverleihung, zu der sie mit Mutter und Freundin unterwegs war. Wie in Trance nahm sie die Glückwünsche zum ersten Preis entgegen-und dann fuhr die Freundin den Wagen aus Unachtsamkeit zu Schrott. So ist das Leben. „Das ist nun der erste Preis“, hatte die Literatin damals ernüchtert zu ihrer Mutter Elisabeth Zimmerer gesagt, die selbst Geschichten schrieb und die mit Tochter und Sohn in Albstadt die „Autorengruppe Zimmerer“ bildete. Auch der Bruder Berthold ist Teil der Autobiografie- bis hin zu seinem Schlaganfall und viel zu frühen Tod. Wieder würden Träume und Sehnsüchte jäh zerstört. Wieder musste Heidrun Böhm ihr Leben, und das ihrer Liebsten neu organisieren. Das 344 Seiten umfassende Werk beginnt quasi mit einer Hommage an die Mutter, „eine Frau, die niemals klagte.“ Sie meisterte ihr Leben nach der Scheidung als alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Zu einer Zeit, in der man mit geschiedenen Frauen hart ins Gericht ging. Vielleicht ließ sie ihrer Tochter Heidrun deshalb so viel Unterstützung zukommen, als diese sich ebenfalls von ihrem Mann trennte. „Ich wartete die ganze Nacht. An diesem Abend schwor ich mir, Schluss mit diesem Theaterspiel zu machen. Endgültig.“ Es war eine Silvesternacht, in der sie- wieder einmal vergeblich auf ihren Mann wartete, als die gebürtige Ebingerin den Entschluss zur Scheidung fasste und fortan mit ihren beiden Kindern alleine war. „Großgezogen habe ich sie ja auch schon vorher alleine“, bemerkt Heidrun Böhm nüchtern.

Anderen Mut machen

Überhaupt findet sich dieser nüchtere Stil immer wieder. Die 344 Seiten lesen sich in einem Aufwasch. Spannend und schonungslos ehrlich. Anfangs hatte sie in einer Bäckerei geputzt, um über die Runden zu kommen. Dann konnte sie endlich ihre Altenpflegehelferinnen –Ausbildung abschließen, und verdiente etwas mehr. „Trotzdem ging manches weiter wie zuvor. Der Vermieter beklagte sich über die Kinder, und neuerdings beklagten sich die Kinder auch über den Vermieter. Zeit ihres Lebens wollte Heidrun Böhm weder bewundert noch bedauert werden, weil sie als Alleinerziehende auf vieles verzichten musste. Sie möchte anderen Alleinerziehenden Mut machen. Gleichzeitig hat sie ein Buch verfasst, das sich gut liest, in dem sich die Ereignisse überschlagen. „Ich hätte es manchmal gerne langweiliger gehabt“, blickt Heidrun Böhm mit trockenem Humor auf ihr Schicksal zurück. Sie nimmt es an, und krempelt die Ärmel hoch.

Buchtrailer

Buch-Trailer "Ich war noch niemals in New York" von Heidrun Böhm

Leseprobe

Ich glaube nicht, dass ich wieder gesund werde. Bitte verzeiht mir, dass ich gehen möchte, in eine andere, bessere Welt. Dort werden wir uns wiedersehen. Ohne Schmerzen, ohne Ängste, und vor allen Dingen, ohne dass ich jemand zur Last fallen muss. Ich habe getan, was ich für euch tun konnte. Gott, an den ich fest glaube, wird mich aufnehmen. Ich umarme euch. Denkt an mich, betet für mich. Eure Mutter und Oma , die euch sehr liebt.
Meine Mutter war eine Frau, die niemals klagte. Aufgewachsen in den Wirren des zweiten Weltkrieges, Flakhelferin war sie gewesen, am Ende des Krieges. Danach Heimgekommen um nach einem Fliegerangriff auf ihre Heimatstadt die Trümmer ihres Elternhauses zu beseitigen. Gesehen wie ihre eigene Mutter an Krebs starb, und erlebt, wie ihr Vater sich danach an sie klammerte, sie nicht loslassen wollte. Einen Mann geheiratet, der wegen einiger Diebstähle ins Gefängnis kam und sie vergewaltigte. Drei Kinder hatte sie ihm geboren, eines davon war geistig behindert. Nach der Scheidung von meinem Vater hatte sie als Alleinerziehende ihr Leben gemeistert, war immer arbeiten gegangen. Das vierte Kind, das sie gebar war ein Kuckuckskind. Sein Vater verstarb bei einem Autounfall. Auch dieses Kind war ihr willkommen. Später musste sie den frühen Tod ihres Sohnes akzeptieren. Lange Zeit war mir nur sein Leiden in Erinnerung. Ich weinte, weil mein Bruder seine Begabung vergeudet hatte, weil ein vielversprechender Mann sich selbst zerstört hatte. Ich weinte um den Bruder, den ich einmal geliebt hatte. Mutter war monatelang zutiefst verzweifelt. Sie bekam ihr geistiges Gleichgewicht wieder. Verarbeiten konnte sie diesen Verlust nicht. Sie genoss nun ihren Ruhestand, und war gewöhnlich sehr aktiv. Ich wohnte mit meinem Freund Karl Heinz hundert Kilometer von ihrem Heimatort entfernt, hatte hier meine Arbeitsstelle. Wir hatten eine Vereinbarung, getroffen: Einmal wöchentlich telefonieren wir. Seit zwei Wochen hatte sie sich nicht gemeldet. „Mir geht es gut, du brauchst nicht zu kommen“, sagte sie, als ich sie erreichte. Mutters Stimme verlor den Halt, sie nuschelte. Vor einiger Zeit war ich bei ihr gewesen, ich sah, dass es ihr nicht gut ging. Sie war aufgrund ihrer Arthrose in Behandlung, und lehnte es ab, sich ein neues Kniegelenk einsetzen zu lassen. Ihr Körper war zusammengeschrumpft. Das Gehen fiel ihr schwer. Ihr, der Frau, für die es nichts Schöneres gab, als lange Wanderungen zu machen. „Der Arzt hat alles unter Kontrolle, mach dir keine Sorgen, „ sagte sie knapp.“ Ich komme Morgen, “ entgegnete ich kurzentschlossen, und legte den Hörer auf.
Einige Zeit später rief mein Sohn an. Er wohnte im selben Ort wie seine Oma, und hatte den Auftrag, ab und zu nach ihr zu sehen. „Die Oma macht mir die Tür nicht auf“, erklärte er. Ich versuchte, ihn zu beruhigen, sagte ihm, ich komme am nächsten Tag, und dachte an meine Schwester Gabi, das Kuckukskind, die nur hundert Meter von meiner Mutter entfernt wohnte. Sie und Mutter waren seit Jahren zerstritten, was meine Schwester auch auf mich bezog, obwohl ich mit diesem Streit nichts zu tun hatte. Ich hatte ihr einen Brief geschrieben, und sie gebeten, nach unserer Mutter zu sehen, hatte ihr die aktuelle Situation erklärt. Eine Antwort bekam ich nicht. Es kam nie eine Antwort, wenn ich ihr geschrieben hatte. Auch nun nicht, da es um unsere Mutter ging. Es ist verdammt einfach, sich nicht zu melden, dachte ich. Die Telefonnummer meiner Schwester hatte ich, sollte ich sie anrufen? Ich entschied mich dafür, es nicht zu tun. Es hatte keinen Sinn. Sie würde das Gespräch nicht annehmen, wenn sie bemerkte, dass ich am Telefon war. Karl-Heinz kam von der Arbeit nach Hause. Ich erklärte ihm, was passiert war. „Ich würde dich heute Abend noch zu deiner Mutter bringen, aber ich muss Morgen wieder zeitig aufstehen“, sagte er. Das wollte ich ihm nicht zumuten. Ein Zug fuhr heute nichtmehr, und ich hatte keinen Führerschein. Sicher würde es reichen, wenn ich am nächsten Tag zu ihr ging. Ich machte mich früh auf den Weg zum Bahnhof, fuhr mit der ersten Bahn. Während der Zug über die Schienen ratterte, und ich ruhelos in einer Zeitschrift blätterte, sagte ich mir: „Mutter wird mir die Tür aufmachen, und fragen: „Warum kommst du?“ Und ich würde antworten: „ Du machst mir Sorgen, warum gehst du nicht ans Telefon, wenn dein Enkel anruft? „ Mutter würde lachen, mich als einen Angsthasen bezeichnen, und mir erklären, sie sei bestimmt außer Haus gewesen, als ich angerufen habe. Sie würde mich umarmen und sagen: „Komm herein ich mache uns Kaffee“. Ich würde ins Wohnzimmer gehen, mich in den alten braunen Sessel am Kamin setzen, und mit Mutter über Gott und die Welt diskutieren, so wie wir es immer getan hatten.

Die Autorin

Denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Mein Name ist Heidrun Böhm. Geboren wurde ich im Jahr 1953, im schönen Schwabenländle. Unsere Mutter konnte wunderschöne und spannende Geschichten erzählen. Bei vielen Spaziergängen durch unsere hügelige Alblandschaft regte sie damit unsere Phantasie an. Auch wurde in unserer Familie gerne und viel gelesen. Ein Buch, ein Stück Schokolade, und eine bequeme Leseecke, war lange Zeit das, was ein Bruder und ich als Vergnügen empfanden. Es wurde mir gesagt, ich sei ein „braves Kind.“ In der Pubertät beschloss ich, das zu ändern. Ich wollte das Leben kennenlernen, wollte es genießen. Meine Mutter behauptete: „Du gehst los wie eine Rakete.“ Der Genuss endete in einer frühen Ehe. Dreizehn Jahre danach war ich alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Mein Bruder, (zuversichtlicher Junggeselle), hatte sich in der Zwischenzeit zum „Hobbyschriftsteller“ emporgearbeitet, und ein Büchlein veröffentlicht. Meine Mutter war pensioniert, und wollte sich nun endlich ihren Lebenstraum erfüllen: Sie wollte schreiben.

Gesagt, getan, wir gründeten die „Autorengruppe Zimmerer.“ Im Laufe der Jahre machten wir Lesungen, veröffentlichten Beiträge in Anthologien und brachten eigene Anthologien auf den Markt. Im Jahr 1986 bekam ich den Theodor-Greiner Literaturpreis für meine Kurzgeschichte: „Nächstenliebe.“ Das Schreiben half mir dabei, schöne und schlechte Ereignisse aufzuarbeiten, mir den „Frust“ von der Seele zu laden, oder mich über mich selbst und andere zu amüsieren. Nun bin ich die einzige Autorin in unserer Familie. Mein Bruder und meine Mutter sind gestorben, die Freude am Schreiben ist geblieben.

Nach vielen Jahren und mehreren, mit Wut und Humor geschriebenen Single-Geschichten habe ich den richtigen Mann gefunden. Heute wohne ich mit meinem zweiten Mann im Haus meiner Mutter. In meinem Büro stapeln sich Ordner mit Texten sowohl von mir wie von meiner Mutter und meinem Bruder. An der Wand hängt das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. Ich liebe seine Worte: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt, und der uns hilft zu leben.“ Ein neuer Anfang ist geschafft.

Veröffentlichungen: Mein Zeichen ist ein Feuerscheit, letzte Anthologie unserer Autorengruppe

Wie ein Rohr im Wind, Novelle: Rediroma-Verlag

Was die Weiber lieben und hassen: Roman: AAVA Verlag

Der Taugenichts: Biografie über die Erlebnisse mit meinem Vater, Kiel und Feder Verlag

Veröffentlichungen v. Kurzgeschichten bei Bookrix, und in vielen Anthologien.

2017: Veröffentlichung meiner gesamten Biografie: Ich war noch niemals in New York.

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